Monat: Februar 2017

Wie heißt du?

Mein Name ist Ahmed Adil.

Wie alt bist du?

Ich bin 20 Jahre alt.

Woher kommst du?

Ich komme aus dem Irak, genauer gesagt aus Mossul.

 

Erzähle ein bisschen über deine Familie!

Ich habe drei Brüder, sie sind alle jünger als ich. Meine Brüder sind 14, 15 und 17 Jahre alt. Ich habe auch eine 19jährige Schwester. Sie leben noch im Irak. Sie können unser Zuhause nicht verlassen. Mein Vater hat ein Bekleidungsgeschäft und meine Mutter ist Professorin an der Universität Mossul.

Warum und wann hast du dein Zuhause verlassen?

Ich habe den Irak vor drei Jahren wegen des IS verlassen. Als der IS kam, wurde das Leben sehr schlecht. Ich konnte nicht studieren und hatte auch keine Arbeit. Sie wollten mich rekrutieren, damit ich mit ihnen kämpfe. Aber ich wollte nicht für ihre Ziele kämpfen. Ich lehne das Kämpfen und Töten generell ab.

Was hast du zu Hause gemacht bevor du geflüchtet bist?

Ich habe die Highshool besucht und in den Ferien habe ich in einem Kaffeehaus gearbeitet. Das ist auch einer der Gründe, warum ich aus dem Irak geflüchtet bin, weil die IS sagt, Arbeit wie diese sei schlecht, nicht dem Islam entsprechend.

Warum bist du jetzt in Zagreb? Erzähle ein bisschen von deiner Geschichte!

Als ich aus dem Irak geflüchtet bin, ging ich zuerst in die Türkei. Dort blieb ich zwei Jahre. Ich habe versucht, dort zu studieren, aber das ist sehr, sehr schwierig. In der Türkei ist das Leben sehr hart. Es gibt kaum Arbeit und wenn, dann ist sie äußerst schlecht bezahlt. Man wird ausgebeutet und lebt immer in Unsicherheit. Ich wollte meine Zukunft in einem sicheren Land aufbauen.

Nach zwei Jahren in der Türkei bin ich mit dem Boot nach Griechenland weiter geflüchtet, dann zu Fuß bis nach Österreich.  Ich kam nach Wien und habe dort 10 Monate gelebt. In Wien habe ich viele Freunde gefunden, die wie eine Familie für mich sind.

Unglücklicherweise bin ich jetzt in Kroatien, weil die Regierung mich zurückgeschickt hat dorthin. Der Grund dafür ist, dass ich über Kroatien eingereist bin. Dabei habe ich in Kroatien nicht einmal einen Fingerabdruck abgegeben.

Ich hoffe wirklich sehr, dass ich mit der Hilfe eines Anwalts wieder nach Österreich zurückkehren kann!

Welche Sprachen sprichst du?

Ich spreche Arabisch und Kurdisch. Weiters spreche ich Englisch und Türkisch. Jetzt lerne ich Deutsch, weil ich die Sprache interessant finde und weil ich hoffe, dass ich eines Tages – oder vielleicht schon bald – nach Österreich zurückkehren kann.

Welche Hobbies hast du?

Mein Hobby ist Fußball. Und ich liebe es, ins Kino zu gehen!

Welche Träume hast du für deine Zukunft?

Ich habe keinen wirklichen Traum, ich habe nur ein großes Ziel: Ich möchte Elektroingenieur werden und ein nützliches Mitglied der Gesellschaft sein.

Möchtest du sonst noch etwas sagen?

Danke an all die Menschen, die uns willkommen geheißen und uns unterstützt haben. Diese Menschen haben die wahre Bedeutung von Humanität verstanden und ich möchte sehr gerne meine Zukunft zwischen diesen Menschen aufbauen, die anderen so viel Respekt entgegenbringen.

 

scholarship4you:
Ahmed ist nun schon drei Jahre auf der Flucht und hat noch immer keinen Platz gefunden, wo er endlich sein Leben neu beginnen kann. Im Sommer wurde er aus Österreich nach Kroatien abgeschoben, da sich Österreich als unzuständig für sein Asylverfahren betrachtet. Er lebt dort im berühmt-berüchtigten „Hotel“ Porin, einer Massenunterkunft für hauptsächlich aus Österreich abgeschobene Asylwerber und hofft, dass er wieder nach Österreich zurückkehren darf, sobald sein Verfahren entschieden ist bzw. die EU über die Rechtmäßigkeit dieser Dublin-Abschiebungen entschieden hat.
Wir unterstützen ihn durch Zusendung eines A1-Selbstlern-Kurses samt Heften und Schreibmaterial. Der junge Mann kann so zumindest seinen tristen Alltag im Porin dafür nutzen, sich auf seine Zukunft – die hoffentlich wieder in Österreich liegt – vorzubereiten.