scholarship4you Beiträgen

yusefWie heißt du und wie alt bist du?

Ich heiße Yusef und bin 18 Jahre alt.

Woher kommst du?

Ich komme aus Syrien, aus der kurdischen Stadt Hasaka. Später habe ich in Damaskus gelebt.

Warum bist du nach Österreich gekommen?

Weil in unserem Land Krieg ist und weil ich mit 18 Jahren zur syrischen Armee gehen müsste. Auch die PKK verpflichtet alle Männer über 18 Jahren für ihre Armee. Aber ich will nicht kämpfen.

Nach Österreich wollte ich deswegen, weil der Ehemann meiner Schwester schon seit einem Jahr und drei Monaten in Österreich war.

 

Wo lebt deine Familie?

Eine meiner Schwestern hat einen Ehemann, der in Istanbul arbeitet. Deswegen sind wir dort hin gegangen. Jetzt leben meine Eltern und zwei meiner Schwestern in Istanbul. Eine Schwester lebt in Mazedonien in der Nähe der griechischen Grenze. Mein Bruder Shivan lebt mit mir und zwei meiner Brüder sind noch in Damaskus.

Ich bin der Jüngste der Geschwister.

Was hast du in deiner Heimat gemacht?

Mit sieben Jahren bin ich in die Schule gekommen. Ich musste zwei Klassen wiederholen, weil ständig Kämpfe stattfanden und ich sehr oft nicht zur Schule gehen konnte. Ein weiteres Jahr konnte ich nicht fertig machen, weil in den Ferien, die wir mitten im Schuljahr haben, die Kämpfe immer näher zu meinem Elternhaus gekommen sind und ich nicht mehr aus dem Haus gehen konnte. So habe ich die Grundschule erst einige Jahre später fertig machen können als normalerweise. Normalerweise ist man mit 12 Jahren mit der Grundschule fertig, ich war schon über 14, als ich fertig war. In Damaskus war es sehr schwierig. Ich bin Kurde und Sunnit und habe mit meiner Familie in einem Bezirk gelebt, in dem nur Schiiten leben. Nach der Grundschule habe ich ein Jahr lang in einem Süßigkeitengeschäft als Verkäufer gearbeitet, weil ich nirgendwo hin konnte.

Mit 15 Jahren bin ich nach Qamishle zu einem Verwandten geflüchtet, wohin mein zwei Jahre älterer Bruder Shivan auch schon vorher flüchten musste. Meine ganze Familie kam mit mir, nur zwei Brüder nicht. Die Situation wurde immer schlimmer. Wir waren für ca. sieben Monate in Qamishle, dann sind wir mit der Familie in die Türkei geflüchtet. Mein Bruder Shivan war schon dort. Er hat als Schneider in einer Fabrik gearbeitet. Ich habe eine Zeit lang in Istanbul gelebt und mit Shivan zusammen in einer Textilfabrik gearbeitet. Dann haben wir entschieden, nach Europa zu gehen.

Welche Sprachen sprichst du?

Ich spreche Arabisch und Kurdisch. Ein bisschen Englisch und ein kleines bisschen Deutsch. Englisch habe ich mir selber im letzten Jahr beigebracht.

Welche Hobbies hast du?

Ich spiele Fußball!

Welche Pläne hast du für deine Zukunft in Österreich?

Ich möchte unbedingt Fußballprofi werden, in einem Club spielen, trainieren.

Wenn das nicht funktioniert, will ich gerne als Schneider arbeiten und diesen Beruf richtig gut lernen.

Was wünschst du dir von den Österreichern?

Ich wünsche mir von den Österreichern mehr Hilfe beim Deutschlernen, weil das der Schlüssel für alles andere ist. Ich möchte nur eine Starthilfe, das ist sehr wichtig. Danach möchte ich gerne selber alles schaffen.

Möchtest du sonst noch etwas sagen?

Ja: Danke für alles, vielen Dank! Und ich verspreche, ein guter Mitbürger in Österreich zu werden.

 

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Wir haben mit Hilfe von Spendern für Yusef einen Deutsch A2-Kursbesuch (Kursgebühren und Tickets) für September bis November finanziert.
Nun hoffen wir, dass er dank großzügiger Spender ab Mitte November auch den Folgekurs besuchen kann.

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 nikolausklWie heißt du und wie alt bist du?

Mein Name ist Aws, aber ich nenne mich hier in Österreich Nikolaus. Ich bin 35 Jahre alt.

Woher kommst du?

Ich komme aus dem Irak, aus Bagdad Stadt, aus dem Bezirk Al Karadh. Dort sind vor ca. zwei Monaten einige Bomben explodiert und 191 Menschen wurden getötet. Das stand auch in allen Zeitungen in Österreich.

Wo lebt deine Familie?

Meine Mutter und meine zwei Brüder leben noch in Bagdad. Mein Vater ist leider schon vor fünf Jahren gestorben.

Was hast du in deiner Heimat gemacht?

Ich war Kameramann für den Channel Bagdad. Ich hatte ein Team, mit dem ich Reportagen zu verschiedenen Themen gemacht habe und Beiträge für die Nachrichten.

Warum bist du nach Österreich gekommen?

Im Irak ist ein echter Religionskrieg. Die Miliz verfolgt jeden, der für das Fernsehen arbeitet. Auf mich wurde geschossen, eine Kugel hat mich schwer am Bein verletzt. Die Miliz hat mich erwischt und sehr schwer zusammengeschlagen. Nach diesem traumatisierenden Erlebnis habe ich über Nacht alle Haare am ganzen Körper verloren.

Ich bin in die Türkei geflüchtet und habe dort ein Monat gewartet und war gelähmt vor Angst. Dann bin ich über das Meer in einem kleinen Boot gekommen. Sie haben gesagt, wir müssten nur eine bis eineinhalb Stunden in diese Richtung fahren und würden dann auf eine Insel treffen. Aber wir waren schon drei Stunden unterwegs und konnten keine Insel finden. Es war eisig kalt und ganz dunkel. Alle hatten Panik. Wir konnten die Küstenwache mit einem Handy erreichen und die griechische Küstenwache hat uns dann mit einem Schiff gerettet.

Welche Sprachen sprichst du?

Ich spreche Arabisch, ein kleines bisschen Englisch und schon ein wenig Deutsch.

Welche Hobbies hast du?

Ich mag schwimmen, habe aber jetzt immer ein bisschen Angst vor dem Wasser. Ich singe gerne und höre gerne Musik. Und ich trainiere sehr gerne, damit ich fit werde.

Welche Pläne hast du für deine Zukunft in Österreich?

Ich möchte sehr gerne wieder als Kameramann arbeiten für das Fernsehen. Wenn ich Arbeit habe, möchte ich eine Familie gründen und ein normales Leben führen.

Was wünschst du dir von Österreich?

Ich wünsche mir von Österreich, dass ich hier leben darf, dass ich hier arbeiten darf, damit ich mich wieder sicher fühlen kann und die Chance habe, zur Ruhe zu kommen und die schweren Erlebnisse aus dem Irak verarbeiten kann.

Möchtest du sonst noch etwas sagen?

Danke an alle, die mir helfen, mit mir mitfühlen und auf mich achtgeben hier in Österreich. Ich hoffe sehr, die Regeln für Flüchtlinge werden einfacher hier, sie ändern sich ständig und wir haben immer Angst, dass wir weg müssen. Wir lieben die Menschen hier, sie haben uns viel geholfen. Ich hoffe sehr, hier eine gute Zukunft zu finden.

 

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Wir haben mit der Hilfe von Spenden für Nikolaus einen Deutsch A1+-Kursbesuch (Kursgebühren und Tickets) für September bis November finanziert.

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Mit Hilfe von einigen unserer Schützlinge haben wir unsere erste Charity-Veranstaltung gemeistert: eine TopSwap-Kleidertauschparty.

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Dabei tauscht man Kleidungsstücke aus dem eigenen Fundus gegen “neue” Sachen anderer. Für die Umwelt eine große Sache: Kaum eine Branche wird so von Schnell-Lebigkeit beherrscht wie die Textilbranche. Umweltstandards, arbeits- und sozialrechtliche Standards sucht man in weiten Bereichen der Textilbranche vergebens. So trägt man durch das Tauschen noch guter Kleidungsstücke dazu bei, die Umwelt einen Hauch weniger zu schädigen und unserer Wegwerfgesellschaft eine Absage zu erteilen.

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Die Einnahmen aus dem Event fließen in Kursgebühren und Öffi-Tickets für Asylwerber, um deren Ausbildung wir uns kümmern. Vier dieser Menschen haben tatkräftig mitgeholfen dabei, diese Veranstaltung zum Erfolg zu machen: Sie haben mit uns aufgebaut, abgebaut, das Buffet betreut, Kleidung sortiert und aufgehängt und beim “Check in” von Besuchern und Kleidern mitgeholfen. Und es war auch eine gute Gelegenheit, die deutsche Sprache im Alltag zu verwenden. Wir sind stolz auf die vier Jungs: Alle haben hervorragend mitgearbeitet und konnten bei Besucherfragen in Deutsch Auskunft geben.

Am Abend waren wir alle müde aber auch stolz, das gemeinsam geschafft zu haben.

Danke allen BesucherInnen des Events, es hat uns sehr viel Spaß mit euch gemacht und war sicher nicht das letzte Mal!

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Es ist kein Geheimnis, dass gute (Aus)Bildung Geld kostet.

Wir veranstalten daher kommenden Sonntag, 2. Oktober 2016, von 10 bis 19 Uhr, in der Fasangasse 25/2. Stock, 1030 Wien, unsere erste TopSwap Kleidertausch-Party!

Der gesamte Erlös kommt unserem Verein scholarship4you zugute. Damit wird die Bildung und Ausbildung von Menschen unterstützt, die aus Kriegsgebieten zu uns flüchten mussten und sich hier ein neues Leben aufbauen wollen.

Bringt Kleider und Accessoires, die noch sehr gut erhalten sind, die aber schon eine Weile nicht mehr zu euren Favoriten zählen, in unsere TopSwap-Boutique und tauscht sie gegen “neue” Sachen, die wieder Schwung und Freude in euren Kleiderkasten bringen! (Mehr Informationen zu den Spielregeln der TopSwap Kleidertauch Party unter http://www.topswap.at/spielregeln/)

Plant genug Zeit ein für’s Stöbern, denn laufend kommen neue Kleidungsstücke von anderen BesucherInnen dazu. Zischendurch könnt ihr mit eurer Freundin ein Gläschen Prosecco schlürfen oder eine kleine Stärkung an unserem Buffet zu euch nehmen. So macht helfen Freude!

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Also: Durchforstet schon mal eure Kleiderschränke! Wir sehen uns am Sonntag!

Anmeldung erbeten, aber auch spontane BesucherInnen sind uns willkommen!

Alle Infos zu TopSwap und zur Anmeldung hier: http://www.topswap.at/

Ihr könnt über Facebook eure FreundInnen zu unserer Kleidertausch Party einladen:
https://www.facebook.com/TOPSWAPTOPSWAP/

Wir bedanken uns ganz herzlich bei Manu, ibsc – Institut für Beratung, Schulung und Coaching, für die Überlassung der Räumlichkeiten!

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shivanWie heißt du und wie alt bist du?

Mein Name ist Shvan, ich bin 20 Jahre alt.

Woher kommst du?

Ich komme aus Syrien. Geboren bin ich in der kurdischen Stadt Hasaka, in der Nähe der irakisch-türkischen Grenze. Später bin ich aber nach Damaskus gegangen.

 

Warum bist du nach Österreich gekommen?

Wegen des Krieges. Die PKK ist in Hasaka sehr mächtig. Sie zwingen junge Männer zur Miliz. Auch die syrische Armee verpflichtet alle Männer über 18 Jahren für die Armee. Ich will aber niemanden töten.

Wo lebt deine Familie?

Meine Eltern und zwei meiner Schwestern leben in Istanbul. Zwei Brüder leben in Damaskus. Einer davon ist leider seit zwei Monaten verschwunden. Die Polizei und die iranische Miliz haben ihn vor zwei Monaten geholt, weil er Kurde ist, und ins Gefängnis gesperrt. Seither haben wir nichts mehr von ihm gehört. Eine Schwester lebt in Mazedonien und eine Schwester lebt in Linz und hat dort um Asyl angesucht. Mein jüngerer Bruder Yusef lebt mit mir hier.

Was hast du in deiner Heimat gemacht?

Ich habe die Grundschule fertig gemacht, in den Ferien habe ich immer als Kellner gearbeitet. Nach der Grundschule wollte ich die dreijährige Schule machen, die man besuchen muss, um anschließend zur Universität gehen zu können. Dort wollte ich Medizin studieren. Als Kurde ist es leider überall schwer. Ich habe zwei Jahre und zwei Monate in Damaskus gelebt bei Verwandten bis die PKK kam und mich für drei Tage eingesperrt hat. Sie wollten, dass ich mit ihnen kämpfe. Ich habe dann gesagt, ok, ich mache mit, muss aber noch etwas bei einem Freund abholen. Sie haben mir geglaubt und so bin ich aus dem Gefängnis gekommen und bin sofort in die Türkei geflüchtet. Ich hatte großes Glück.

Welche Sprachen sprichst du?

Ich spreche Arabisch und Kurdisch. Mit diesen beiden Sprachen bin ich aufgewachsen. Auf der Flucht habe ich sieben Monate in der Türkei gelebt und als Schneider gearbeitet. Dabei habe ich ganz gut Türkisch gelernt. Und jetzt spreche ich schon ein bisschen Deutsch.

Welche Hobbies hast du?

Ich liebe Musik und spiele Bouzouki, das ist ein kurdisches Saiteninstrument. Lieder konnte ich das Bouzouki nicht mitnehmen hierher. Ich singe gerne dazu.

Welche Pläne hast du für deine Zukunft in Österreich?

Ich möchte gerne die Matura nachholen, zur Universität gehen und dort Medizin studieren. Das war schon immer mein Lebenstraum, aber aufgrund der Umstände zuhause konnte ich nicht mehr weiter lernen.

Was wünschst du dir von Österreich?

Ich bin überrascht von Österreich. Hier gibt es jeden Tag andere Regeln für Flüchtlinge. Das ist nicht gut.

Möchtest du sonst noch etwas sagen?

Ich möchte allen danke sagen, die mich verstehen und uns helfen. Ich weiß, dass diese Menschen nicht verantwortlich sind für die Politik, in der sich andauernd die Regeln ändern. Ich wünsche mir, dass ich bleiben kann. Ich brauche nicht viel Hilfe, ich will einfach nur lernen und arbeiten, um bleiben zu können.

 
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Wir haben mit der Hilfe von großzügigen Menschen für Shivan einen Deutsch A2-Kursbesuch (Kursgebühren und Tickets) für September bis November finanziert.
Nun hoffen wir, dass er dank großzügiger Spender ab Mitte Dezember auch den Folgekurs besuchen kann.

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FotoSamerklWie heißt du und wie alt bist du?

Mein Name ist Samer, ich bin 26 Jahre alt.

Woher kommst du?

Ich komme aus Syrien. Idleb, meine Heimatstadt, ist vor einer Woche wieder mit mehreren Phosphorbomben bombardiert worden.

Warum bist du nach Österreich gekommen?

Ich bin aufgrund des Krieges in meiner Heimat nach Österreich gekommen. Es gibt Bomben und Terror. Mein Bruder war schon vor mir hier, zu ihm wollte ich. Im Internet habe ich außerdem gelesen, dass Wien schon öfter zur lebenswertesten Stadt gewählt wurde. Auch das war ein Grund hierher zu kommen.

Wo lebt deine Familie?

Meine Eltern, ein Bruder und eine Schwester leben noch in Syrien. Mein Vater ist Farmer und war vor seiner Pensionierung Lehrer für Geschichte. Zwei meiner Brüder leben in Katar, eine Schwester ist dort verheiratet. Ein Bruder hat in Österreich Asyl bekommen und lebt jetzt in Wien.

Was hast du in deiner Heimat gemacht?

Ich habe in Aleppo Marketing studiert, musste das Studium aber kurz vor dem Abschluss abbrechen. Aleppo ist auf Seiten des syrischen Präsidenten, meine Heimatstadt hat sich als erste Stadt gegen Assad gewandt. So ist es für mich sehr gefährlich geworden, weiter zur Universität zu gehen. Sie haben Studenten aus meiner Heimatstadt einfach verhaftet und ins Gefängnis gesperrt. Es gibt ein riesengroßes Spitzelnetzwerk an der Universität von Aleppo. Wer etwas gegen den Präsidenten sagt, wird ins Gefängnis geschickt und terrorisiert.

Außerdem war das Gelände der Universität Ziel eines Bombenangriffs, bei dem 91 Studenten getötet wurden.

Nach dem Abbruch des Studiums habe ich meinem Vater auf der Farm geholfen.

Welche Sprachen sprichst du?

Ich spreche Englisch und Arabisch.

Welche Hobbies hast du?

Ich fotografiere und habe für meine Bilder eine Facebook-Seite mit vielen Followern. Fotografie ist mehr als ein Hobby. Ich habe schon einen Job in Aussicht, sobald ich Asyl bekomme.

Außerdem mag ich sehr gerne Fahrradfahren und Volleyball. Volleyball habe ich erst hier in Österreich kennen gelernt, es macht mir sehr viel Spaß.

Welche Pläne hast du für deine Zukunft in Österreich?

Wenn ich Asyl habe, will ich sehr gut Deutsch lernen. Dann möchte ich arbeiten und mir so ein Studium für Solarenergie finanzieren. Es gibt eine Wende weg von der erdölabhängigen Energie zur umweltfreundlichen Energie. Ich glaube, in diesem Sektor wird es viele Jobs geben.

Was wünschst du dir von den österreichischen Menschen?

Ich wünsche mir, dass Flüchtlinge Hilfe bei den ersten Schritten bekommen, um hier rasch ein Leben aufzubauen. Nicht mehr. Ich bin nicht gekommen, um von Sozialhilfe zu leben. Ich möchte schnell arbeiten.

Möchtest du sonst noch etwas sagen?

Als ich herkam, dachte ich, alles sei sehr kompliziert und fremd. Aber als ich angekommen bin, traf ich dann Menschen, die mir sehr geholfen haben. Ihnen ist es egal, aus welcher Kultur ich komme oder welcher Religion ich angehöre. Einzig und allein Humanität zählt für sie.

Ich habe die besten Menschen getroffen, die ich je in meinem Leben treffen werde. Ich kann ihnen alles erzählen, alle meine Geheimnisse anvertrauen. Sie sind wie eine Familie für mich.

Was sie für uns getan haben, würde nicht einmal meine Verwandtschaft machen: Sie haben uns in ihr Haus aufgenommen, uns Essen gegeben und in allen Dingen geholfen. Die junge Generation in meiner Heimat würde das wahrscheinlich nicht mehr machen, die ältere Generation meines Vaters schon.

 

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Samer wird Mitte September einen A2-Kurs besuchen.

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PortraitMohammadmittelWie heißt du?

Mein Name ist Mohammad.

Wie alt bist du?

Ich bin am ersten Juli 19 Jahre alt geworden.

Woher kommst du?

Ich komme aus dem Irak und zwar aus Mossul.

Warum bist du nach Österreich gekommen?

Der IS hat meine Stadt besetzt. Das war für mich gefährlich. Sie kommen in die Häuser und nehmen die jungen Männer mit, damit sie für sie kämpfen.

Wenn ein Mann trinkt oder raucht, wird er öffentlich ausgepeitscht. Das haben sie mit mir gemacht, weil ich in der Öffentlichkeit eine Zigarette geraucht habe. In Mossul müsste ich andere Kleidung tragen, ich hätte kein Internet, ich müsste meinen Bart wachsen lassen und dürfte keine längeren Haare haben. Das wäre ein schreckliches und gefährliches Leben für mich.

Wo lebt deine Familie?

Meine Familie lebt noch in Mossul. Sie konnten nicht mit mir kommen. Aber einer von meinen Brüdern lebt in Tirol.

Was hast du in deiner Heimat gemacht?

Ich habe als Kosmetikverkäufer im Geschäft meines Bruders gearbeitet.

Welche Sprachen sprichst du?

Ich spreche vier Sprachen: Arabisch, Deutsch, Türkisch und Englisch. Ich habe schon A2-Niveau in Deutsch erreicht.

Welche Hobbies hast du?

Meine Hobbies sind Schwimmen und Fitness. Im Irak habe ich eine Bronzemedaille im Schwimmen gewonnen.

Welche Pläne hast du für deine Zukunft in Österreich?

Ich möchte unbedingt studieren und Jurist werden. Wenn ich das erreicht habe, möchte ich einfach eine gute Arbeit als Jurist finden, eine Familie gründen und ein schönes, normales Leben in Österreich führen.

Möchtest du sonst noch etwas sagen?

Ich freue mich über die viele Hilfe, die ich hier bekomme und möchte gerne allen, die mir helfen, danke sagen!

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Mohammad hat A1 mit Hilfe einer Freundin und eines Kursbuches samt CDs zuhause gelernt. A2 hat er an der Volkshochschule im Sommer schon absolviert. Zur Verfestigung seiner neuen Sprachkenntnisse wird er ab Mitte September einen mit Hilfe von Spenden finanzierten A2+-Kurs besuchen.

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What do asylum seekers do throughout the day? Possibly you imagine they are free to spend their days doing whatever they like. But think about it again and the reality of their situation becomes clearer.

Consider this: they have hardly any financial resources; travel is not affordable; entertainment is not affordable; they don’t know anyone and the country is a strange place. If they are lucky, they might have been donated a bicycle. If they have even more luck, they live in a shelter which provides internet access. And if they are incredibly fortunate, they have ended up somewhere where they are offered some kind of recreational program, including perhaps football games, free German courses, an occasional excursion or opportunities to meet other people.

Such activities are valued, but they do not fill each and every day. And above all, they do not distract from the feeling that you are condemned to spend each and every day, for weeks and months, waiting. Waiting for an interview; waiting for an asylum decision; or waiting for a place in one of the rare German courses. And so passes precious lifetime: many fall into depression and despair.

We have got to know many such people: full of hopes and plans for a secure future. No one wants to live in a social safety-net. Everyone wants to be able to stand on their own, make something of their lives, be proud of their achievements – and give something back to the country that has taken them in.

These are the people we want to help. Let them progress in their lives here, quickly learning the language, and attending courses that can give them professional recognition. Course attendance, homework, and learning, also provide a daily routine and structure, which relieves the feeling of being condemned to wait.

Most of the refugees we know have a clear idea of their future. They have the necessary skills, talent and will to make something of their lives. Our society can benefit too if we help them to learn the language and encourage their talents. This is exactly what our association intends to do and we hope that you will support our efforts.

When these people first arrived in our country we donated blankets, clothing and food. Now they need the chance of a future. Instead of spending money on food which we push into their hands at the train station while sending them on their way, the time has come to use this money to give them some kind of future.

Every euro you donate will be invested in tuition fees and travel, to give displaced people the chance of an (educated) future.

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Was machen Asylwerber den ganzen Tag? Scheinbar haben sie die große Freiheit, ihre Tage mit dem zu füllen, was ihnen Spaß macht. Doch das ist sehr kurz gedacht: Über finanzielle Mittel verfügen sie kaum. Tickets, um von A nach B zu gelangen, sind nicht leistbar. Wenn sie Glück haben, besitzen sie ein gespendetes Fahrrad. Wenn sie noch mehr Glück haben,  leben sie in einer Unterkunft, in der ihnen Internet zur Verfügung gestellt wird. Und mit ganz unglaublich viel Glück sind sie irgendwo gelandet, wo es Menschen gibt, die ihnen so etwas wie ein Freizeitprogramm in geringem Umfang bieten: Fußballspielen, Gratis-Deutschkurse, ab und zu ein Ausflug oder ein gemeinschaftliches Treffen einmal im Monat. Das alles ist unglaublich wertvolle Hilfe, aber nicht tagesfüllend. Und vor allem hilft es nicht über das Gefühl hinweg, wochenlang, monatelang einfach zum Warten verdammt zu sein. Zum Warten auf einen Interviewtemin, auf einen Asylbescheid, danach auf einen Platz in einem der raren Deutschkurse. So vergeht kostbare Lebenszeit, viele verfallen in Depression und Verzweiflung.

Wir haben solche Menschen kennen gelernt: Voller Hoffnungen und Pläne für eine Zukunft in Sicherheit. Niemand will in der vielbeschriebenen sozialen Hängematte leben. Alle wollen auf eigenen Beinen stehen, etwas aus ihrem Leben machen, stolz auf sich sein können – und etwas zurückgeben an das Land, das sie aufgenommen hat. Diesen Menschen wollen wir helfen. Sie sollen schnell voran kommen, rasch Deutsch lernen, Kurse absolvieren können, die später auch anerkannt sind. Das gibt ihrem Tagesablauf eine Struktur: Kursbesuch, Hausaufgaben, Lernhilfe, und vertreibt das Gefühl, zum Warten verurteilt zu sein.

Die meisten Flüchtlinge, die wir kennen, haben eine genaue Vorstellung von ihrer Zukunft, haben Fähigkeiten mitgebracht, Begabungen und den Willen, etwas aus ihrem Leben zu machen. Unsere Gesellschaft kann davon profitieren, wenn wir ihnen ermöglichen, sich rasch die Sprache ihres neuen Landes anzueignen und ihre Talente fördern. Genau das wollen wir mit unserem Verein machen und wir hoffen dabei auf eure Unterstützung.

Wir haben ihnen Decken, Kleidung und Essen gegeben, als sie in unser Land gekommen sind. Nun brauchen sie die Möglichkeit, voran zu kommen. Statt Geld für Essen auszugeben und ihnen auf den Bahnhöfen in die Hand zu drücken, ist nun die Zeit gekommen, ihnen mit ein bisschen Geld eine Perspektive zu ermöglichen. Jeder Euro, den du spendest, wird in Kursgebühren und Tickets investiert und gibt einem geflüchteten Menschen ein Stückchen (Bildungs)Zukunft.

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